Mit dem Mietwagen durch Montenegro: 9 Highlights für den perfekten Roadtrip

[Werbung] Im deutschen Herbst noch einmal sommerliche Temperaturen erleben? Ohne Touristenmassen die atemberaubendsten Landschaften, malerischsten Buchten und imposante Sehenswürdigkeiten entdecken? Und sich einfach nur von der Schönheit und Gastfreundschaft eines Landes leiten lassen? Wenn ihr euch diese Fragen bei der Überlegung eures nächsten Roadtrip-Ziels stellt, dann habe ich für euch jetzt die ultimative Antwort: Macht einen Roadtrip durch Montenegro.

Sonnenuntergang Ulcinj

Dass sich der Balkan für Roadtrips anbietet, steht außer Frage. Kroatien und Slowenien stehen da bei den Touristen zur Zeit ganz hoch im Kurs. Aber der Balkan hat noch viel mehr zu bieten. Bisher weitestgehend von den Touristen unentdeckte Perlen. Und genau dazu gehört Montenegro. Das kleine, südlich an Kroatien grenzende, Balkanland hat mich von der ersten Minute an gepackt. Warum ich jede einzelne Minute meiner einwöchigen Mietwagenrundreise durch Montenegro genossen habe, ich echt Schwierigkeiten hatte, meine Montenegro Highlights auf neun zu beschränken und warum ich jedem empfehlen würde, lieber gestern als morgen nach Montenegro zu reisen, das erfahrt ihr in diesem Artikel.

 


Roadtrip Montenegro: Meine persönlichen Highlights


Zahlen, Daten, Fakten zu Montenegro

Bevor ich euch auf meine 9 Highlights entlang meiner Roadtrip-Route mitnehme, hier noch kurz und knapp ein paar Hintergrundinformationen zu Montenegro.

  • Montenegro ist flächenmäßig ungefährt so groß wie Schleswig-Holstein
  • Montenegro hat 5 Nachbarstaaten: Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Kosovo und Albanien
  • es leben ca. 625.000 Menschen in Montenegro
  • Montenegro ist Beitrittskandidat zur Europäischen Union, der Euro ist jedoch schon jetzt Zahlungsmittel
  • die Hauptstadt Podgorica wurde im 2. Weltkrieg fast komplett zerstört, es gibt dort daher kaum noch historische Bauten
  • die Bevölkerung ist multiethnisch, so leben dort u.a. Serben, Bosniaken, Albaner, Muslime, Roma und Kroaten Tür an Tür
  • Montenegro hat 5 Amtssprachen: Montenegrinisch, Serbisch, Albanisch, Kroatisch und Bosnisch
  • seit 2006 unabhängig von Jugoslawien

TIPP ZUR REISEZEIT
Montenegro lässt sich hervorragend in der Nebensaison (Frühjahr und Herbst) bereisen. Dann sind die Touristen in den Küstenorten verschwunden. Es herrschen dennoch angenehme sommerliche Temperaturen um die 20°C.

Anreise und Mietwagen von Mietwagen24

Es gibt zwei internationale Flughäfen in Montenegro: in der Hauptstadt Podgorica und in Tivat, in der von Touristen beliebten Küstenregion. Aus Deutschland gibt es z.B. Direktflüge aus Memmingen und Berlin nach Podgorica. Tivat wird von Düsseldorf aus ohne Zwischenstopp angeflogen. Bedenken solltet ihr bei der Fluganreise, dass weniger Flüge außerhalb der Hauptreisezeit angeboten werden. Daher hier ein Flugtipp von mir für die Nebensaison.

 

Schaut euch auf der Landkarte um, welcher Flughafen noch in Frage kommen würden, eventuell auch in den Nachbarländern. Zum Beispiel liegt der Flughafen von Dubrovnik zwar in Kroatien, aber nur rund 17km von der montenegrinischen Grenze entfernt. Der Flughafen in Dubrovnik ist gut frequentiert und wird von vielen Destinationen aus regelmäßig angesteuert. Daher sind wir auch von Hamburg - über Köln/Bonn - nach Dubrovnik geflogen. Es war für uns im Oktober die schnellste und günstigste Flugverbindung, um nach Montenegro zu kommen.

Mietwagen Montenegro

Unseren Mietwagen hatten wir bereits vor Antritt der Reise über Mietwagen24 gebucht. Die Kosten für unseren Fünftürer waren mit rund 100€ für eine Woche, inklusive aller Kilometer, Versicherungen und Zweitfahrer, absolut fair und günstig. Die Abholung des Mietwagens am Flughafen in Dubrovnik verlieft problemlos und war in wenigen Minuten erledigt. Und schon konnte es auf unsere siebentägige Rundreise durch Montenegro los gehen!

INFO ZUM TANKEN
Tanken kann man in Montenegro in jeder größeren Stadt problemlos. Das Benzin kostet an jeder Tankstelle gleich. Und während der einen Woche, in der wir in Montenegro unterwegs waren, hat das Normalbenzin immer 1,23€ gekostet.

Ist ein Roadtrip in Montenegro möglich?

Von mir gibt's dazu eine ganz klare Meinung: JA! Wer denkt, Montenegro ist nicht fortschrittlich, hat schlechte Straßen und Infrastruktur, der täuscht sich. Ich hatte im Vorfeld auch so meine Bedenken. Man liest im Internet ab und zu schon, dass die Straßen in Montenegro nicht die besten sein sollen. Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Die Straßenverhältnisse waren zu jeder Zeit in Ordnung. Die Hauptverkehrsstraßen waren in einem gutem bis sehr gutem Zustand. Wenn einem Schlaglöcher über den Weg laufen, dann sind diese meist klein und man kann ihnen sehr gut ausweichen. Und ich war selbst vom Zustand der Nebenstraßen überrascht. Diese sind zwar eher einspurig, aber dennoch geteert und auf jeden Fall befahrbar. Außerdem möchte ich darauf hinweisen, dass dort - vor allem durch EU-Mittel finanzierte - Straßenbaumaßnahmen an fast jeder Ecke stattfinden. So kann es vorkommen, dass Straßen, die über einen Berg führen, vierspurig und frisch fertiggestellt sind. Ich kann einen Roadtrip in Montenegro also uneingeschränkt empfehlen.

 

TIPP ZUM AUTOFAHREN
Neue Straßen sind zwar schön und gut, aber man darf nicht schnell auf ihnen fahren. In Montenegro herrschen strenge Tempolimits, auch auf den Straßen außerorts. Wir haben auf unserem Roadtrip nur einen kurzen Streckenabschnitt gefunden, auf dem wir schneller als 60km/h fahren durften. Nämlich 90km/h. Stellt euch also auf einen ganz entspannten, ruhigen Roadtrip ein. Denn die Verkehrskontrollen sind dort streng und es wird viel geblitzt. Das durchschnittliche Tempolimit liegt zwischen 40 und 60km/h.

Die Route meines Roadtrips

Bevor ich euch meine 9 Highlights meines Roadtrips durch Montenegro zeige und und von meinen Erfahrungen in Montenegro berichte, hier noch kurz ein paar Infos zur Route. Gestartet sind wir in Dubrovnik und dann ging es Richtung Süden entlang der Adriaküste bis fast nach Albanien. Von dort sind wir dann Richtung Norden bis nach Podgorica gefahren. Weiter ging es gen Nordwesten bis zur höchstgelegenen Stadt Montenegros, Zabljak. Zum Schluss sind wir wieder gen Süden an die Küste und bis nach Dubrovnik gefahren. Wir sind also einmal gegen den Uhrzeigersinn durchs Land gefahren.

Meine 9 Highlights in Montenegro

Der Einfachheit halber stelle ich euch meine Highlights in der Reihenfolge vor, wie ich sie während meines Roadtrips durch Montenegro entdeckt habe. Quasi chronologisch entlang meiner Route.

  1. Küstenstraße von Herceg Novi bis Kotor
  2. Lovcén Nationalpark
  3. Cetinje
  4. Adriaküste bis nach Ulcinj
  5. Skadar Lake
  6. Tara Canyon mit Tara-Brücke
  7. Zabljak und Crno Jazero im Durmitor Nationalpark
  8. Piva Stausee
  9. Kulinarische Köstlichkeiten: Wein, Schinken & Schnaps

1. Küstenstraße von Herceg Novi bis Kotor

Fliegt ihr, wie wir, bis nach Dubrovnik, dann sind es nur wenige Minuten bis zur montenegrinischen Grenze. Hier kann es - abhängig vom Verkehrsaufkommen - einige Zeit mit der Pass- und Zollkontrolle dauern.

 

TIPP ZUR EINREISE
Wenn ihr, so wie ich, euch über Stempel in eurem Reisepass freut, dann habt ihr an der Grenze zu Montenegro noch die Chance, einen zubekommen. Also beim Packen den Reisepass nicht vergessen. Ansonsten könnt ihr auch problemlos mit eurem Personalausweis ein- und ausreisen.

 

Da Mitte Oktober dort kaum etwas los war, ging unsere Einreise innerhalb von einigen Minuten über die Bühne. Und keine 10 Minuten später liegt sie dann vor euch, die atemberaubend schöne Küstenstraße von Herceg Novi bis Kotor. Diese Panoramastraße schlängelt sich knapp 50km an der Bucht von Kotor entlang. 

Bucht von Kotor

Rechts das tief blaue Meer, links wechseln sich hohe Felswände und niedliche kleine Dörfer ab. Idyllischer geht's kaum. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass man für diese Strecke nicht die von der Navigation vorgegebenen 60 Minuten braucht, sondern viel mehr. Auch uns ging es so, dass wir am liebsten alle 5 Minuten angehalten hätten, um den Blick über die Bucht von Kotor zu genießen. Es ist wirklich unbeschreiblich eindrucksvoll. Da wir am späten Nachmittag diese Strecke gefahren sind, lag eine ganz besondere Stimmung über dieser Bucht. Die untergehenden Sonne hat sich im Wasser gespiegelt und die Felsen goldgelb angeschienen.

Die Bucht von Kotor ist eine der größten und tiefsten Meeresbuchten des Mittelmeerraums und wird oft als der südlichste Fjord der Welt tituliert. Aus geologischer Sicht ist dies jedoch falsch, da dieser Fjord nicht durch Gletscher entstanden ist. 

TIPP
Zum ersten Kennenlernen von Montenegro, seiner Kultur und Architektur eigent sich die kleine Stadt Herceg Novi hervorragend. Für einen kurzen Bummel solltet ihr gut eine Stunde einplanen. Besonders die Altstadt ist sehenswert. Und natürlich könnt ihr von der etwas höher gelegenen Stadt einen wunderbaren Blick auf die Bucht von Kotor genießen.

Auf dem Weg von Herceg Novi nach Perast kommt ihr noch an weiteren Ortschaften vorbei, die auf jeden Fall auch einen Besuch wert sind. Wir hatten jedoch leider keine Zeit mehr, in Perast oder Risan anzuhalten. Am Ende der Panoramastrecke liegt euch dann das Herzstück der Bucht zu Füßen: Kotor.

Bucht von Kotor

Kotor ist DAS Tourismuszentrum von Montenegro. Vor allem während der Hauptsaison wird dieses kleine Städtchen von Besuchern überlaufen. Das ist auch kein Wunder, legen hier fast täglich riesige Kreuzfahrtschiffe an. Kaum haben jedoch die Schiffe den Hafen wieder verlassen, wird es in Kotor wieder ruhig, entspannt und fast dörflich. 

2. Lovcén Nationalpark

Den Lovcén Nationalpark in der Nähe von Kotor möchte ich jedem Montenegro-Urlauber wärmstens ans Herz legen. Schon allein der Weg dorthin - wir sind von Kotor aus gekommen - ist ein Highlight. Aber der Nationalpark an sich übertrifft alles. Ihr fahrt durch eine fast unberührte Natur, könnt in Njeguši den bekannten Räucherschinken probieren und habt vom Njegos Mausoleum einen schier unendlich weiten Blick über Montenegro und seine Nachbarländer. Aber jetzt einmal alles der Reihe nach.

 

Ich würde euch empfehlen, den Nationalpark quasi einmal zu umrunden. Dazu müsst ihr von Kotor aus kommend zuerst 25 enge Haarnadelkurven hinauffahren. Die kleine Qual wird aber mit dem besten Ausblick über Kotor, die Bucht und bis hin nach Tivat belohnt.

Weiter geht's auf der Straße P1 Richtung Njeguši. Hier empfehle ich euch einen kleinen Stopp. Aus dem Auto aussteigen und einfach der Nase nach. Denn über dem gesamten kleinen Dorf liegt ein Duft von geräuchertem Schinken. Am besten kauft ihr euer Schinkenmitbringsel nicht an den Verkaufsständen am Anfang des Dorfes, sondern fahrt die Straße etwas weiter und nutzt einen der hauseigenen Garagen-Verkäufe. Das ist viel authentischer.

Die P1 führt euch dann weiter bergauf und bergab im Uhrzeigersinn um den Lovcén Nationalpark herum. Plant genügend Zeit für euren Besuch des Nationalparks ein, denn am liebsten möchte man alle Hundert Meter anhalten und die idyllische Landschaft genießen. Insbesondere wenn man dort im Herbst unterwegs ist und einen farbenprächtigen Indian Summer erlebt. 

Nach gut Dreiviertel der Umrundung des Nationalparks führt die Straßen dann in den Nationalpark hinein, mit dem Endziel: ein Mausoleum, das zu Ehren von Petar II. Petrović Njegoš erbaut wurde. Dort oben auf dem Berg gibt es eine der schönsten Aussichtsplattformen, die ich je besucht habe. Bei klarer Sicht kann man dort bis nach Kroatien, Serbien, Bosnien und Herzegowina, Albanien, Mazedonien und dem Kosovo blicken. Am besten genießt man dieses eindrucksvolle Bergpanorama am Nachmittag, dann steht die Sonne gut. 

TIPP FÜR EINEN SCHÖNEN SONNENUNTERGANG
Solltet ihr dann, wie auch wir, wieder zurück nach Kotor wollen, müsst ihr nicht wieder den gesamten Weg um den Nationalpark herum zurückfahren. Es gibt auch eine kleine Straße, die in der Nähe des Mausoleums direkt zur P1 bei Kotor führt. Und wenn ihr während des Sonnenuntergangs auf dieser kleinen Verbindungsstraße unterwegs seid, dann bekommt ihr gleichzeitig auch noch die Chance, die Sonne über der Bucht von Kotor untergehen zu sehen.

3. Cetinje

Wenn ihr eine Stadt in Montenegro besuchen wollt, dann lege ich euch Cetinje ans Herz. Bis 1918 war Cetinje die Hauptstadt Montenegros und ist bis heute noch der Amtssitz des Präsidenten. Warum ich von dieser niedlichen Stadt so begeistert bin, kann ich nicht wirklich in Worte fassen. Es ist halt so, dass man sich in manchen Städten vom ersten Augenblick an wohl fühlt. 

Cetinje Montenegro

Wir haben auf unserer Tagestour von Kotor über Njeguši bis zum Lovcén Nationalpark in Cetinje gehalten. Da wir gegen Nachmittag dort angekommen sind, haben wir die Pause für einen Kaffee genutzt. In der zentralen Fußgängerzone (Baja Pivljanina) gibt es einige kleine Cafés. Da wir im Herbst dort waren, haben wir Cetinje in voller Indian Summer-Pracht erlebt. Das hat auch nochmal zum besonderen Flair der Stadt beigetragen.

Cetinje Café

Am besten fahrt ihr Richtung Innenstadt (Vlaska Kirche) und parkt kostenlos in den Parkbuchten am Straßenrand. Die Wege in Cetinje sind kurz und daher per Fuß einfach machbar. Während eures Spaziergangs durch die Stadt werdet ihr bestimmt am Museum Nikolas I., dem Vladin Dom, dem Kulturdenkmal Biljarda und einem Kloster von 1927 vorbei kommen. Den Stadtkern besonders machen die viele nur einstöckigen Häuser und Bauten aus dem Barock und der Renaissance. Nicht verwunderlich, dass Cetinje auch die historische Hauptstadt Montenegros genannt wird.

4. Adriaküste bis nach Ulcinj

Um die Vielfalt Montenegros während eines Roadtrips kennenzulernen, darf natürlich ein Abstecher an die Küste nicht fehlen. Der Küstenabschnitt an der Adria ist rund 200km lang und erstreckt sich von der Halbinsel Prevlaka im Norden bis zur Ada Bojana an der Grenze zu Albanien. 

Küste Montenegro

Wir sind auf unserem Roadtrip von Kotor aus Richtung Ulcinj, nahe der albanischen Grenze gefahren. Auf unserem Weg entlang am Meer haben wir noch eine Kaffee-Pause in Budvas Altstadt eingelegt und haben eine kurzen Fotostopp an der bekanntesten Sehenswürdigkeit Montenegros eingelegt: Sveti Stefan.

 

Budva hat mich persönlich nicht überzeugt. Es ist zwar einer der ältesten Orte an der montenegrinischen Adriaküste, aber dieser historische Fakt ändert nichts an dem aktuellen Bild, welches Budva abgibt: Hotel an Hotel. Das ist nichts für mich. Einziges Highlight war für mich dort der Spaziergang durch die Altstadt, die direkt am Strand liegt. Sich dort durch die engen und verwinkelten Gassen schlängeln und in einem der niedlichen Cafés einen Latte Macchiato in der Sonne trinken, das kann ich bedingungslos weiter empfehlen.

Café Altstadt Budva

Ebenso ehrlich muss ich mit Sveti Stefan sein. Denn mehr als ein schönes Fotomotiv ist es nicht. Ob ihr direkt oben an der Hauptstraße anhaltet, um ein Foto zu machen, oder doch etwas weiter runter in den Ort hineinfahrt, um das letzte Stück zu Fuß zur vorgelagerten Insel zurückzulegen, das ist euch selbst überlassen. Auf die Insel kommt ihr so oder so nicht drauf, da dort in den alten Gemäuern seit einiger Zeit ein Luxus-Hotel beheimatet ist. 

Ulcinj liegt etwa 15km von der Grenze zu Albanien entfernt. Und den Einfluss des Nachbarlandes kann man dort auch spüren und erkennen. Nicht Kirchtürme ragen in die Höhe, sondern die Türme der Moscheen. Ein Spaziergang durch das kleine Zentrum Ulcinjs lohnt sich auf jeden Fall, um sich bewusst zu werden, dass auch die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse Montenegro prägen und zu dem machen, was es heute ist: Ein kleines Land, nicht größer als unser nördlichstes Bundesland, dafür aber reich an einer Vielzahl von Kulturen und unterschiedlichen Landschaften von der Küste bis zu den Bergen. 

5. Skadarsee

Nach dem Abstecher an die Küste, der am meisten vom Tourismus geprägten Region Montenegros, wurde es dann auf unserem Roadtrip wieder Zeit für etwas mehr Ruhe und weniger Trubel. Also auf zum wunderschönen und idyllisch gelegenen Skadarsko Jezero - auch Skutari- oder Skadarsee genannt. Durch diesen See läuft auch die Grenze mit Albanien. Wir waren aber nur auf der montenegrinischen Seite. Unser erster Stopp war in Virpazar. 

Virpazar Skdarsee Montenegro

Von dort starten u.a. die Bootstouren über den Skutarisee. Wir hatten Ende Oktober noch Glück, vor der Winterpause eine der letzten Ausflugstouren ergattert zu haben. Also fix das Auto geparkt und schon saßen wir im Boot. Langsam tuckerten wir zuerst auf einem Seitenarm in Richtung offenen See. Links und rechst im Schilf konnten wir hier und da unterschiedliche Vogelarten beobachten. Später passierten wir auch Angler, die auf einen erfolgreichen Fang hofften. Da keine Saison mehr war, waren wir noch als einziges Boot auf dem See unterwegs. Diese Weite und Ruhe waren einmalig. Von der Natur um einen herum ganz zu schweigen.

 

Der Skadarsee ist mit einer Länge von 48km und einer Breite von 14km der größte See der Balkanhalbinsel und nach dem Gardasee in Italien der zweitgrößte See in Europas. Der See ist außerdem ein sensibles Ökosystem, in dem unzählige Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause finden. Kein Wunder also, dass auch Zugvögel aus Nordeuropa im Nationalpark (seit 1983) überwintern.

6. Tara Canyon mit Tara-Brücke

Nach einer Übernachtung in Podgorica machten wir uns auf zur nächsten Tagesetappe. Ziel war die eindrucksvolle Brücke über den Fluss Tara. Der Weg dorthin, entlang des Tara Flusses, war eines meiner absoluten Highlights auf meinem Roadtrip. Wir hatten großes Glück, im Herbst durch Montenegro zu reisen. Wir fuhren durch einen wahrhaften Indian Summer und kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Überall verfärbte Blätter an den Bäumen, die gold, gelb und rot leuchteten. Dazu dann das türkisblaue Wasser des Tara Flusses. Es war um mich geschehen und ich war endgültig in Montenegro verliebt.

 

Auf dem Weg zur Tara-Brücke fährt man den letzten Abschnitt parallel zur Tara. Rechts der Fluss, links die steilen Felswände und dazwischen die herbstlich gefärbten Bäume. Ab Prošćenje beginnt die weltbekannte Tara Schlucht, die sich bis zur Grenze nach Serbien bis zu 1.300m tief ins Gebirge eingeschnitten hat. Die Tara Schlucht ist der größte Canyon in Europa und gehört neben dem Grand Canyon in den USA, dem Colca-Tal in Peru und einigen Schluchten in Asien zu den größten der Welt. Wer hätte das gedacht? Kein Wunder also, dass  hier insbesondere im Sommer unzählige Rafting-Fans anzutreffen sind.

Kurz bevor wir zum für den Wintersport bekannten Ort Zabljak abbiegen, machen wir noch einen kurzen Fotostopp bei der Đurđevića-Tara-Brücke, wie sie ganz offiziell heißt. Die Brücke ist rund 350m lang und schwebt an ihrer höchsten Stelle 150m über der Tara Schlucht. Das ist nichts für Leute mit Höhenangst.

7. Zabljak und Crno Jazero im Durmitor Nationalpark

In Zabljak kam alles ganz anders als geplant. Aber genau deshalb macht es auch eines meiner Highlights aus. Montenegro überrascht einen immer wieder. Auch mit dem Wetter. Geplant war ein aktiver Tag in dem auf 1500m hoch gelegenen Ort, am Rande des Durmitor Nationalparks. Wir wollten um den Crno Jazero (Schwarzer See), der zu Füßen der Durmitormassive liegt, wandern. Aber von den um die 2500m hohen Bergmassiven haben wir an dem Tag rein gar nichts gesehen. Warum? Ganz einfach: Wir erlebten einen spontanen Wintereinbruch. Es schneite eine Nacht und einen Tag durch, bevor der Spuk auch schon wieder vorbei war, die Temperaturen anstiegen und der Schnee taute. Aber da waren wir auch schon wieder auf der Straße zur nächsten Roadtrip-Etappe.

Schwarzer See Durmitor Nationalpark Montenegro

Zurück zu unserem überraschenden Wintertag. Den gesamten Tag auf unserem Hotelzimmer zu sitzen, kam für uns dennoch nicht in die Tüte. Also wagten wir uns dick eingemümmelt zum Schwarzen See. Ehrlich gesagt sind wir aber nur halb um den See gewandert. Auch wenn wir kein eindrucksvolles Bergpanorama sehen konnten, wofür die Wanderung dort bekannt ist, haben wir diesen Ort auf eine ganz besondere Art und Weise kennen gelernt. Ganz allein, ohne eine andere Menschenseele weit und breit, sind wir durch den Schnee gestapft, um uns herum tanzten die Schneeflocken und der Farbkontrast vom weißen Schnee und blauem Wasser führte zu einer besonderen Atmosphäre, die diesen Ausflug doch noch einzigartig gemacht hat. 

8. Piva Stausee

An unserem letzten Tag in Montenegro wurden wir mit einem weiteren Highlight gesegnet. Es ist eine Sehenswürdigkeit, die noch nicht bei jedem Tourist auf der Must See-Liste steht. Von daher hatten wir den Piva Stausee für uns. Was natürlich auch daran lag, dass wir in der Nebensaison unterwegs waren. Aber selbst in Plužine, den mit 1500 Einwohnern größten Ort in der Gegend, ist kaum ein Hauch von Tourismus zu spüren. Es gibt eine kleine Gaststätte, die aber vor allem von den Einheimischen besucht wird. Ansonsten herrscht dort ein gemütliches, entspanntes, dörfliches Treiben. 

Piva Stausee Montenegro

Der Piva Stausee (Pivsko Jazero) ist der größte Stausee in Montenegro, erstreckt sich über eine Fläche von 12,5 km² und ist bis zu 188m tief. Aber das ist gar nicht das Eindrucksvollste in meinen Augen. Ich war eher von der türkisen Farbe des Wassers und der Umgebung geflasht. Der Piva Stausee wird nämlich von bewaldeten Bergen umrahmt, die bis zu 2000m hoch sind.

FOTO-TIPP
Einen besonders schönen Blick auf den Stausee habt ihr, wenn ihr die Brücke hinter Plužine überquert und dann nach wenigen Metern rechts Richtung Durmitor Nationalpark abbiegt. Ab hier heißt es wieder: Serpentinen fahren. Habt ihr euch erst einmal ein bisschen nach oben geschraubt, habt ihr einen tollen Ausblick über den Stausee und die Brücke.

9. Kulinarische Köstlichkeiten: Wein, Schinken & Schnaps

Mein letztes Highlight in Montenegro ist kein Ort oder Sehenswürdigkeit. Für mich gehören die kulinarischen Besonderheiten auch immer zur Kultur eines jeden Landes dazu. Und davon gibt es in Montenegro so einige.

 

Angefangen mit den über die Landesgrenzen hinaus bekannten Schinken aus der kleinen Ortschaft Njeguši. Das besondere an diesem Schinken: Er wird über mehrere Monate ausschließlich auf Buchenholz getrocknet. Dadurch erhält der Schinken einen ganz eigenen und besonderen Geschmack. 

Ein Abendessen begleitet am besten ein montenegrinischer Wein. Ich selbst trinke gerne mal ein gutes Gläschen Wein. Erst recht, wenn ich auf Reisen bin. Und dann am liebste immer eine lokale Sorte. Im Südosten von Montenegro befinden sich viele kleine Weingüter, die sowohl Rot- als auch Weißwein herstellen. Ich habe beide probiert und kann sie uneingeschränkt weiterempfehlen.

 

Und nach einem ausgedehnten Abendessen darf zur Verdauung selbstverständlich ein Schnaps nicht fehlen. Aber Achtung vor selbstgebrauten Schnäpsen, die können schon mal ein paar Umdrehungen mehr haben.

 

TIPP ZUM WEINEINKAUF
In der Nähe des Skadarsees findet ihr viele Schilder, die euch zu Weingütern leiten. Wenn ihr aber so richtig, richtig montenegrinischen Wein kosten wollt, dann lasst die Weingüter links liegen und kauft euren Wein bei einem Einheimischen, der in seinem Garten die Weinreben anbaut und in Handarbeit den guten Tropfen selbst herstellt. Da kommt das Geld auf jeden Fall komplett beim Hersteller an. Den Wein, den ich bei einer alten Frau, die in the middle of nowhere zwischen Virpazar und Rijeka in ihrem kleinen Häuschen mit eigenem bunten Garten gewohnt hat, gekauft habe, war der beste Wein, den ich in Montenegro getrunken habe.

Mein Fazit

Ich habe jetzt so viel geschrieben, dass es gar nicht mehr viel weiterer Worte bedarf, um euch Montenegro ans Herz zu legen. Mein Tipp: Wenn ihr in dieses kleine, aber feine Balkanland reisen wollt, dann schnell hin da. Ich bin davon überzeugt, dass die Touristenwelle aus Slowenien und Kroatien auch bald in Montenegro ankommen wird. Und es wäre sehr schade, wenn ihr nicht die Chance habt, dieses Land so ursprünglich und zu großen Teilen so touristisch unbedarft, zu erleben. Es ist ein wahres Juwel in Europa!


Hinweis: Dieser Beitrag enthält Werbung für Mietwagen24. Mein Mietwagen, mit dem ich durch Montenegro gefahren bin, wurde mir von Mietwagen24 zur Verfügung gestellt. Wie immer gebe ich meine persönliche und ehrliche Meinung wieder.


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