Was bei der Roadtrip Planung nicht fehlen darf - mit Tipps und persönlichen Empfehlungen

Wann immer ich die Möglichkeit habe, ein Land per Roadtrip zu erkunden, dann mache ich das. Ich liebe es, so die Chance zu haben, so viel wie möglich von einem Land zu sehen und kennen zu lernen. Freiheit, Spontanität und entspanntes Reisen machen diese Art des Verreisen so besonders für mich. Meinen ersten Roadtrip machte ich in Estland. Danach folgten noch Kroatien, Norditalien und Schottland. Und diesen Sommer steht auch schon der nächste Roadtrip an: es geht nach Slowenien!
Wie ich bei der Planung eines Roadtrips vorgehe, was ich dabei beachte und welche Tools für unterwegs nützlich sind, das erzähle ich euch in diesem Artikel.

 

Roadtrip Kroatien Bully
Mit dem VW-Bus unterwegs: So ist der Schlafplatz immer mit dabei

Per Roadtrip ein Land erkunden ist für mich die beste Art zu reisen. Warum? Das lässt sich ganz einfach zusammenfassen:

  1. Man lernt ein Land mit all seinen Facetten kennen und kann komplett in die Kultur eintauchen. Ein Land ist mehr als nur die Hauptstadt oder der Badeort am Meer.
  2. Man ist flexibel - gefällt es einem an einem Ort, bleibt man spontan länger, und man kann sich auf das Wetter einstellen und so "mit dem guten Wetter" reisen.
  3. Man fühlt sich frei - man reist mit seiner eigenen Geschwindigkeit und muss nicht unter Zeitdruck irgendwo irgendwann sein.

Planung eines erfolgreichen Roadtrips


Roadtrip ist aber auch nicht gleich Roadtrip. Ihr habt verschiedene Möglichkeiten, diese Art des Reisens "auszuleben". Ihr könnt sowohl mit eurem eigenen Auto, einem Mietwagen oder einem Camper (VW-Bus o.ä.) unterwegs sein. Ebenso verschieden können auch eure Übernachtungsmöglichkeiten sein: Hotels, Bed & Breakfast Pensionen, Hostels oder mit dem Zelt auf einem Campingplatz. Beim Campervan hat man seinen Schlafplatz direkt mit dabei. Ich habe schon jede Variante ausprobiert und finde jede absolut empfehlenswert.

 

Ich möchte euch ein paar Tipps mit auf dem Weg geben, wie ihr einen erfolgreichen Roadtrip plant, auf was ihr achten müsst und welche Tools und Apps auf einem Roadtrip hilfreich sind.

1. Wohin, wie lange und zu welcher Jahreszeit?

Zuerst solltet ihr euch überlegen, ob euer gewünschtes Reiseziel überhaupt für einen Roadtrip geeignet ist. In Europa sollte es kein Problem sein, mit dem Auto selbst ein Land zu erkunden. Ihr werdet gute Straßenverhältnisse, ausreichende Beschilderung und genügend Tankstellen vorfinden. Dies sieht in anderen Teilen der Welt etwas anders aus, z.B. in Zentralafrika oder Kuba. Dort habe ich mich lieber fahren lassen. 

 

Für den Fall, dass ihr so reisen möchtet, wie ich - ohne große Planung und immer von Tag zu Tag entscheiden - werdet ihr in Europa immer recht spontan eine Übernachtungsmöglichkeit finden. Wenn ihr campen wollt, ist dies nochmal einfacher als eine Unterkunft mit Bett zu finden. Auf einem Roadtrip gilt: Nichts ist unmöglich. Wie ich meine Unterkünfte während eines Roadtrips finde, das erkläre ich dir weiter unten.

 

Ein weiterer wichtiger Punkt, den ihr bei eurer Planung bedenken solltet, ist die Jahreszeit. Soll der Roadtrip in ein Land mit Bergen gehen, dann ist dies im Sommer kein Problem. Im Winter solltet ihr jedoch im Hinterkopf haben, dass mit Schnee, Eis und Glätte zu rechnen ist.

Camping Schottland
Mit Mietwagen und Zelt in Schottland unterwegs

 

Letztendlich stellt sich auch immer die Frage: Wie viel Zeit habe ich? Ihr werdet keinen Spaß haben, durch ein größeres Land zu fahren, aber nur eine Woche dafür Zeit zu haben. Dann seid ihr eigentlich nur "on the Road", um möglichst viel zu sehen, aber entspannt ist das sicherlich nicht.

 

MEINE ERFAHRUNG: eine Woche durch Estland ist ausreichend, zwei Wochen wären aber toll gewesen. In einer Woche die Städte Mailand, Genua, Pisa, Florenz, Bologna, Verona und noch Cinque Terre und den Gardasee besuchen, das würde ich nicht empfehlen. Bei diesem Roadtrip habe ich zwar viel gesehen, aber alles nur für wenige Stunden. Ich habe viele verschiedene Eindrücke gesammelt, aber ich hätte zum Beispiel gerne mehr Zeit im Cinque Terre und Verona gehabt.

2. Eigenes Auto vs. Mietwagen vs. Camper

Wie ich oben schon erwähnt habe, habt ihr verschiedene Möglichkeiten, euch auf eurem Roadtrip fortzubewegen. Oft stellt sich die Frage: nehme  ich das eigene Auto oder leihe ich doch vor Ort einen Mietwagen aus? Ich habe bisher - wenn nicht mit einem Bully unterwegs - immer die Mietwagen-Option gewählt. Aus ganz einfachen Gründen: 

  1. Mietwagen sind heute schon relativ günstig zu bekommen. Auch mit dem kompletten Versicherungsschutz, allen gefahrenen Kilometern inklusive, Klimaanlage etc. 
  2. Flüge sind - vor allem innerhalb Europas - ebenso günstig zu bekommen. Per Flug seid ihr innerhalb kürzester Zeit im Reiseland und könnt direkt mit dem Urlaub starten. Dies ist ein wichtiger Punkt, wenn ihr nur begrenzt Zeit für euren Roadtrip habt.
  3. Gegenüber der Flug-Mietwagen-Variante müsst ihr bei der Option "eigenes Auto" bedenken, dass die Hin- und Rückfahrt auch etwas kostet und ihr auf dem gesamten Roadtrip euer eigenes Auto verschleißt und einige Kilometer hinzukommen. 

Neben dem normalen Auto ist ein Campervan eine super Alternative für einen Roadtrip. Hier habt ihr eure Übernachtungsmöglichkeit immer direkt mit dabei und spart so Geld bei den Unterkünften. Ein Campingstellplatz kostet nämlich weniger als ein Bett im Hotel, Hostel oder in einer Pension. Allerdings solltet ihr bei dieser Variante einmal checken, ob es in eurem Zielland auch genügend Campingplätze gibt oder ob sogar wildes Campen erlaubt ist - das verringert die Reisekosten dann noch einmal.

Tipps für die Buchung eines Mietwagens

→ komplettes Versicherungspaket nehmen (Vollkasko ohne Selbstbeteiligung, Unterbodenschutz, Glasschutz) - meist nur um einige Euro teurer als der geringere Versicherungsschutz.
→ alle Kilometer inklusive
→ nicht das günstigste Angebot von einer kleinen, unbedeutende Vermietungsfirma nehmen - lieber ein paar Euro mehr ausgeben und bei bekannten und gut bewerteten Firmen mieten.
→ im Sommer immer ein Auto mit Klimaanlage wählen - auch wenn dies einige Euro teurer sein kann, diese Euros sind eine Investition, die ihr nicht missen möchtet.

3. Übernachten während des Roadtrips

Seid ihr mit einem Bully, VW-Bus oder ähnlichem unterwegs, dann ist die Übernachtungsfrage schnell geklärt: ab auf den Campingplatz! Oder sogar wild campen, wenn erlaubt. Gleiches gilt auch für die Auto-zelten-Variante.

 

Ein bisschen aufwendiger ist die Suche nach einer Unterkunft, wenn ihr mit dem Auto unterwegs seid und nicht zelten wollt. Hier gibt es aber auch ein paar hilfreiche Tipps, mit denen ihr schnell eine passende Unterkunft finden solltet.

Meine Roadtrips durch Estland und Norditalien haben ich zusammen mit einer Freundin gemacht, die kein Camping-Fan ist. Also mussten wir für jede Nacht eine Unterkunft finden. Wie wir das gemacht haben? Mit der BOOKING.COM APP. Morgens wussten wir bereits, was wir an dem Tag schaffen wollten und an welchem Ort bzw. in welcher Region wir dann abends eine Unterkunft benötigen. So schauten wir beim Frühstück schon einmal in der App nach passenden Unterkünften. Es waren immer genügend Angebote da, aus denen wir auswählen konnten. Also keine Angst, es findet sich immer etwas. Gebucht haben wir die Unterkunft aber immer erst gegen Nachmittag. Warum?

  1. Es kann immer etwas auf dem Weg dazwischen kommen und Buchungen kurz vorher zu stornieren, geht meist nie kostenlos.
  2. Am Nachmittag findet ihr über die Booking.com App wahre Schnäppchen. Einige Unterkünfte bieten ihre freien Zimmer dann zu einem reduzierten Preis an. Warten kann sich also lohnen!
Sonnenaufgang Rapallo
Nachmittags gebucht - morgens mit diesem Blick aufgewacht

4. Was möchte ich auf dem Roadtrip sehen und erleben?

Natürlich lebt ein Roadtrip von spontanen Stopps und Entscheidungen. Aber ein bisschen Planung ist dennoch erlaubt. Ganz ins Blaue solltet ihr euren Roadtrip nicht angehen. Es gibt sicherlich die ein oder andere Sehenswürdigkeit, die euch überhaupt erst darauf gebracht hat, euer Wunschland zu besuchen und zu erkunden. Somit habt ihr schon einmal ein paar Anhaltspunkte, welche Highlights auf eurem Roadtrip nicht fehlen dürfen.

 

Ich sammele im Vorfeld immer lieber mehr Informationen zusammen als ich auf meinem Roadtrip dann wirklich "abhaken" kann. Warum die Suche nach Ausflugszielen, Sehenswürdigkeiten oder tollen Landschaften auch für die Route deines Roadtrips wichtig ist, dass erkläre ich euch noch ausfürhlicher weiter unten. Jetzt gebe ich euch erst einmal ein paar Tipps mit auf den Weg, wie ihr am besten an Informationen zu so genannten Must-See's kommt:

 

1. SCHAUT EUCH AUF DEN WEBSEITEN VON REISEBLOGGERN UM

Im Gegensatz zu Reisejournalisten von Zeitungen und den Vorschlägen aus Reiseführern, geben wir Reiseblogger Tipps abseits des Massentourismus. Wir versuchen, so authentisch wie möglich ein Land kennenzulernen. Oft findet ihr auf den Seiten der Reiseblogger auch Hinweise zu so genannten "hidden gems" - Orte, die noch nicht jeder kennt, aber viel mehr versprechen als die überlaufenden Touri-Orte. Auch sind wir Reiseblogger Fans von ehrlichen Bewertungen von Cafés und Restaurants. Berichte von Reisebloggern findet ihr entweder über Google oder ihr schaut auf diesen Webseiten vorbei, die die Artikel von Reisebloggern gebündelt sammeln:

 

 

2. NUTZT DIE FOTO-RECHERCHE

Oft liest man von einem tollen Ort, den man unbedingt besuchen sollte. Aber das muss nicht heißen, dass ihr es dort ebenso toll findet. Mir hilft hierbei immer der Foto-Check. Auf Bildern erkennt man sofort, ob sich ein Besuch des Ortes/der Sehenswürdigkeit lohnt oder nicht.

 

Falls ihr bei Instagram unterwegs seid, dann nutzt dort die Suchfunktion. Ihr könnt entweder nach passenden Hashtags suchen oder auch direkt nach einem bestimmten Ort (gut, dass man bei Instagram auch angegeben kann, wo Fotos aufgenommen wurden).

 

Aber auch für alle Nicht-Instagrammer unter euch gibt es eine Möglichkeit zur Foto-Recherche: die Bildersuche über Google.

 

MEIN TIPP: Geht zu Google Maps und gebt dort den Ort/die Sehenswürdigkeit etc. ein. Dann habt ihr alle wichtigen Informationen auf einen Blick. Neben dem genauen Standort, findet ihr dort auch eine Kurzinfo, Bewertungen und eben auch die entsprechenden Bilder.

Rondane Nationalpark Norwegen
Instagram für die Bild-Recherche nutzen

5. Google Maps - der Rundum-Helfer

Bei Google findet ihr nicht nur Infos zu Sehenswürdigkeiten, tollen Orten und die entsprechenden Fotos, sondern noch viel mehr. Google ist sowohl vor als auch während eines Roadtrips an meiner Seite. Ich liebe insbesondere Google Maps! Es bietet mir verschiedene Funktionen, die hilfreich für einen Roadtrip sind.

 

Orte/Sehenswürdigkeiten, die ihr besuchen wollt bzw. euer Interesse bei der Recherche geweckt haben, könnt ihr bei Google Maps speichern. Am PC öffnet sich bei Google Maps links ein Menü. Direkt unter den Adressdaten des Ortes befindet sich der Punkt "Speichern" (mit einem Stern). Einfach anklicken und schon wird der Ort mit einem gelben Stern auf der Karte angezeigt. Ihr könnt die gelben Sterne immer wieder anklicken und die dazugehörigen Informationen abrufen.

 

Auf meiner Google Map befinden sich vorab eines Roadtrips immer viele gelbe Sterne. So kann ich auch direkt erkennen, welche Regionen eines Landes für mich eher in Frage kommen und welche nicht. Meist ist es so, dass sich die gelben Sterne in einigen Bereichen häufen und in anderen gar nicht vorkommen. So könnt ihr auf einen Blick sehen, ob ihr nicht auch einige Regionen des Landes auslassen könnt.

 

MEINE ERFAHRUNG: Bei der Planung meines Roadtrips durch Slowenien stand ich vor der Frage, wie komme ich am besten und schnellsten einmal durchs Land. Nach der Recherche von möglichen Zielen und der Stern-Markierung bei Google Maps habe ich gemerkt, dass der Osten Sloweniens nichts Interessantes für mich zu bieten hat und sich alles, was ich gerne sehen möchte, von Ljubljana in der Mitte des Landes bis zum Westen am Mittelmeer abspielt. 

 

Roadtrip Estland
Natur so weit das Auge reicht: Mit dem Mietwagen durch Estland

 

Diese gelben Sternchen helfen euch aber auch dabei, eure ungefähre Route des Roadtrips festzulegen. Einfach von Stern zu Stern fahren und schauen, wie man sie am besten miteinander verbinden kann. Natürlich schaffe auch ich nicht alle Sterne, die ich markiert habe, zu besuchen, aber die wichtigsten auf jeden Fall. 

 

Und Google Maps könnt ihr nicht nur am PC nutzen, sondern auch über eine mobile App. Loggt ihr euch dort mit dem gleichen Google-Konto, wie am PC ein, erscheinen auch dort die gesetzten Markierungen (gelbe Sterne).

 

Aber das ist nicht alles. Über die App könnt ihr auch Offlinekarten herunterladen. Ein Navigationsgerät ist dann nicht mehr nötig. Einfach im Wlan den entsprechenden Kartenausschnitt herunterladen und euch dann ohne Verschwendung eurer mobilen Daten im Flugmodus von A nach B leiten lassen.

 

Was Google Maps sonst noch kann?

 

Seid ihr in einer Stadt unterwegs und wollt Bus oder Bahn nutzen, dann könnt ihr über Google Maps auch nach der nächstbesten Verbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln suchen. Auch bei der Recherche nach Cafés und Restaurants in der Umgebung kann Google Maps helfen. Ein Plus: Ihr könnt hierbei auch gleich die Bewertungen anderer Besucher sehen. Das ist meist recht hilfreich, wenn man sich bei der Wahl einer Location nicht entscheiden kann.

 

Schottland Roadtrip
Roadtrip Schottland: Quer durch die Highlands

6. Hilfreiche Apps während des Roadtrips

Diese Apps dürfen auf meinen Roadtrips nicht fehlen:

  • Booking.com: Suche nach passenden, spontanen Übernachtungsmöglichkeiten
  • Wetter App: Wettervorhersage beobachten und evtl. schlechtes Wetter umfahren
  • Lendstar: möchtet ihr die Ausgaben während der Reise gerecht aufteilen, dann hilft euch Lendstar dabei
  • Campingsplatz-App: wichtig für alle, die während des Roadtrips gerne campen möchten

7. Mein letzter Tipp

Bucht nur die erste Übernachtung! Ab da macht alles spontan. Ihr werdet die Flexibilität lieben!


Dieser Artikel ist gleichzeitig Teil der Blogparade "ROADTRIPS" von Tanja von SPANESS. Sie schreibt auf ihrem Blog über Wellnesstrends, Gesundheit, Urlaub und das Reisen im Allgemeinen.


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