Stadtspaziergang: Lernt Hamburg und 5 schöne Kirchen kennen

Hamburg am Wasser

Hamburg hat vieles zu bieten. Das steht fest. Die meisten denken da vor allem an den Hafen, die Reeperbahn und neuerdings auch an die Elbphilharmonie. Aber die schönste Stadt der Welt hat noch viel mehr im Repertoire. Ab und zu muss man neue Wege gehen und abseits der bekannten Pfade die Stadt erkunden, um die eher weniger bekannten Schönheiten der Hansestadt zu entdecken. Einfach mal nicht das machen, was alle Hamburg-Touristen machen. Deshalb nehme ich euch heute auf einen Kirchen-Spaziergang durch Hamburgs Alt- und Neustadt mit. Lernt dabei fünf Hamburger Kirchen kennen und lasst euch überraschen, was ihr so ganz nebenbei auf diesem Spaziergang noch so Tolles entdecken könnt!



Hamburg + 5 Kirchen = 2 Stunden Spaziergang


Ich selbst wohne schon seit über 11 Jahren in Hamburg und habe mir fest vorgenommen, mehr in meiner Heimatstadt zu unternehmen. Ich möchte mehr als nur die Wege zwischen Wohnung, Arbeit, Supermarkt, Kino, Lieblingscafé und Freunden kennen. Diese Strecken kenne ich im Schlaf und nehme sie kaum noch bewusst wahr. Leider. Deshalb kommt der Aufruf von 1ThingToDo zu ihrer Blogparade mit dem Thema "Reise vor der Haustür" genau richtig, um euch endlich meinen Hamburger Kirchen-Walk genauer vorzustellen. 

Es geht los: Die Route

Der Spaziergang führt euch entlang dieser fünf Hamburger Kirchen:

  • Hauptkirche St. Petri 
  • Hauptkirche St. Jacobi 
  • St. Katharinenkirche 
  • Mahnmal St. Nikolai 
  • Hauptkirche St. Michaelis

1. Hauptkirche St. Petri

Start für den Rundgang entlang fünf Hamburger Kirchen ist die evangelisch-lutherische Hauptkirche St. Petri in der Innenstadt. Steht ihr auf dem Rathausplatz, mit dem Rücken zum Rathaus, könnt ihr diese Kirche schräg rechts von euch bereits erkennen. Der Kirchturm ragt imposant in die Höhe und ist das eigentliche Highlight der gotischen Kirche. Mit einer Höhe von 123m ist er der höchste Aussichtspunkt der Hansestadt - wer hätte das gedacht? Die meisten vermuten nämlich, das es der Michel bzw. die St. Michaeliskirche, wie sie offiziell heißt, ist. Wer von euch den Turm erklimmen möchte, sollte gut zu Fuß sein und keine Höhenangst haben. Denn die 544 Stufen schlängeln sich im Innern das Turms bis ganz nach oben. Einen Fahrstuhl gibt es nicht. Habt ihr es dann bis zur Turmspitze geschafft, werdet ihr mit einem unbeschreiblichen Ausblick über Hamburg entschädigt. Von hier aus habt ihr den besten Blick auf das Hamburger Rathaus und die Binnenalster. Und den Hamburger Wind werdet ihr dort oben auch ein wenig spüren...

 

2. Hauptkirche St. Jacobi

Weiter geht's zur nächsten evangelisch-lutherischen Hauptkirche - Hamburg hat ingesamt fünf davon. Die St. Jacobikirche ist nur einen Katzensprung von der St. Petrikirche entfernt. Um dorthin zu kommen, geht ihr die Mönckebergstraße ein Stücken weiter Richtung Hauptbahnhof, vorbei am schönsten Kino Hamburgs (Das Passage-Kino) und dann seht ihr schon den nächsten Kirchturm in die Luft ragen. Ehrlich gesagt gibt es von Außn hübschere Kirchen. Die St. Jacobikirche überzeugt viel mehr mit ihrer Geschichte. So ging der Zweite Weltkrieg nicht spurlos an ihr vorüber und sie wurde über die Jahrhunderte hinweg mehrmals verändert - dieses könnt ihr auch gut von außen an den verschieden Bauweisen erkennen. Dennoch gilt sie als ein Schatz in der Hamburger Stadtmitte, da sie zu den wenigen erhaltenen mittelalterlichen Bauten in diesem Gebiet ist.

 

Hauptkirche St. Jacobi in Hamburg

3. St. Katharinenkirche

Um zur nächsten Kirche auf eurem Rundgang zu gelangen, geht's von der Hamburger Neustadt in Richtung Altstadt. Ziel ist die nächste evangelisch-lutherische Hauptkirche der Stadt: die St. Katharinenkirche. Welche Straßen und Gassen ihr wählt, um dorthin zu kommen, das ist euch überlassen. Lasst euch einfach von der Stadt treiben. Möchtet ihr jedoch nichts auf dem Weg zu Kirchen Nummer 3 verpassen, dann nehmt am besten meine Lieblingsstrecke. Von der St. Jacobikirche geht's südlich Richtung Wasser/Speicherstadt. Ihr kommt zuerst am Chilehaus - einem Kontorhaus aus den 1920er Jahren - vorbei und gelangt dann über den Wandrahmsteg zur Speicherstadt. Mein Tipp: Nicht gleich den Neuen Wandrahm bis zum Ende gehen, sondern erst noch einen kleinen Abstecher auf die Poggenmühlen-Brücke machen. Das ist der beste Platz, um von der Speicherstadt ein Foto zu machen! Am Ende des Neuen Wandrahm überquert ihr die Jungfernbrücke und steht schon direkt vor der St. Katharinenkirche. 

 

Diese Kirche macht sich von außen auf jeden Fotomotiv hervorragend und auch die Lage ist kaum zu toppen und echt hamburgerisch: direkt am Wasser und gegenüber der Speicherstadt. Ein recht idyllisches Plätzchen hat sich diese Kirche ausgesucht, oder? Was diesen Ort noch besonders macht: Man sieht von dort am Ende der Speicherstadt ganz imposant die Elbphilharmonie thronen.

 

4. Mahnmal St. Nicolai

Lauft ihr ein paar Minuten weiter Richtung Hafen, könnt ihr schon die nächste Kirche auf eurem Stadtspaziergang entdecken. Über die Reimersbrücke oder auch die Holzbrücke gelangt ihr zum Mahnmal St. Nicolai. Der Kirchturm wird zur Zeit umfangreich renoviert und ist daher nicht zu besichtigen (Stand April 2017). Gleich neben dem Turm (148m) befindet sich das geschichtlich bedeutende Mahnmal, die Ruine der Hauptkirche St. Nicolai, das den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft zwischen 1933 und 1945 gewidmet ist. Mein Tipp: Nehmt euch ein wenig Zeit und lasst diesen Platz ganz in Ruhe auf euch wirken. Wer mehr über die Geschichte und Bedeutung der St. Nicolaikirche erfahren möchte, hat die Möglichkeit, eine Ausstellung in den Katakomben zu besuchen.

5. Hauptkirche St. Michaelis

Michel von Innen Hamburg

"Das Beste kommt zum Schluss" heißt es immer so schön - und so ist es auch bei diesem Kirchen-Rundgang. Die St. Michaeliskirche - oder auch einfach nur Michel, wie sie jeder liebevoll nennt - ist eines der Wahrzeichen Hamburgs und eng mit der Seefahrtsgeschichte verbunden. Schon von Weitem sahen früher die Seeleute auf den einlaufenden Schiffen diese markante Kirche. Äußerlich baut sie dennoch auf auf Understatement. Denn wenn ihr den ersten Schritt in das Kirchenschiff des Michels setzt, dann wisst ihr was ich meine. Erst dort haut es einen so richtig um. Für mich ist es eine der schönsten Kirchen im Innern, die ich je gesehen habe. Zum einen scheint sie so majestätisch, in nächsten Augenblick erinnert sie aber auch an ein Puppenhaus. Überzeugt euch selbst, setzt euch in eine der Bänke und lasst die Atmosphäre einfach auf euch wirken. Mit etwas Glück, spielt die Orgel oder ihr habt die Chance, einer Chorprobe zu lauschen.

Aber das ist noch nicht alles, was der Michel zu bieten hat. Der Turm ist zwar nicht so hoch wie der von der St. Petrikirche, aber man kommt die 132m ganz bequem mit den Fahrstuhl hinauf. Und was euch dort oben erwartet, ist einfach einmalig. Das ist der beste Hamburger Rundumblick, den ihr bekommen könnt. Die Elphi ist zum Greifen nah, ihr bekommt eine Vorstellung von der Größe des Hafens und der Speicherstadt und könnt gleichzeitig noch bis zur Innenstadt und Binnenalster schauen. 

Café-Tipp für danach: Karlsons - Café im Schweden Style

Nach diesem Spaziergang an der frischen Hamburger Luft lässt es sich am besten im Karlsons stärken und aufwärmen. Dieses kleine schwedische Café/Restaurant ist nur ein paar Gehminuten vom Michel entfernt. Neben einer skandinavisch inspirierten Frühstückskarte bekommt ihr hier auch leckeren Kuchen und kleine, warme Speisen.

Auf dem Weg vom "großen" Michel" zum Karlsons kommt ihr zum einen an der "Zitronenjette" vorbei. Reibt ihr am golden Finger dieser Statue, bringt das Glück! Zum anderen passiert ihr den "Kleinen Michel", offiziell die katholischen Pfarrkirche St. Ansgar und St. Bernhard. Optisch und größentechnisch kann sie leider nicht mit dem großen Pendant mithalten, aber wer sich in Hamburg als Kirche "Michel" nennen darf, der ist schon etwas Besonderes.