Von Regenbögen auf Straßen und verrückten Bücherläden: 1 Tag in Maastricht - mit Tipps und Route für einen Stadtspaziergang

Die Niederlande - unser kleines Nachbarland. Es hat viel zu bieten. Aber viel mehr als wir immer denken. Assoziationen wie "die und ihre Wohnwagen" oder "ohne Holland fahren wir zur WM" liegen uns immer zuerst auf der Zunge. Dass dieses Land flach wie eine Flunder ist, wissen wir auch. Und dass die deutsche TV-Landschaft ohne Rudi Carrell, Linda de Mol und Silvie Meis nicht aus kam bzw. kommt. Und diese Holzschuhe, diese Unmengen an leckerem Käse, Massenweise Tulpen - ja auch das ist für uns Holland. Die meisten von uns verschlägt es zum Urlauben entweder in die Küstenorte oder eben nach Amsterdam. Die Hauptstadt mit den zahlreichen bekannten Sehenswürdigkeiten.

 

Hollandrad in Maastricht
Holland pur: Im Hintergrund die Universität von Maastricht

Ich war schon mehrmals in Amsterdam. Und ja, mir hat es dort gefallen. Aber was ich auf meinen Reisen auch gelernt habe: Die Hauptstadt eines Landes ist der Kopf, das Herz liegt weniger beachtet in einem anderen Teil des Landes. So ist es, meiner Meinung nach, auch im Land von Prinz Willem-Alexander, Robben & Co.!  


Maastricht: Stadtspaziergang mit Highlights und Route


Unweit der Grenze zu Nordrhein-Westfalen liegt Maastricht. Mit gut 122.000 Einwohnern eine überschaubare Stadt, die sofort einen einzigartigen, wohlfühlenden Charme versprüht, dem man sich nicht entziehen kann. Die Stadt erschlägt einen nicht, sondern gibt einem viel mehr das Gefühl, total überschaubar zu sein. Mich persönlich beruhigt so etwas immer. So kann ich ganz entspannt durch die Straßen schlendern und alles auf mich wirken lassen. 

Dies sind meine 9 persönlichen Highlights entlang der Route

  • Rathaus & Marktplatz
  • Buchladen in einer Kirche
  • Vritjhof mit Kirche & Basilika
  • ein Regenbogen-Zebrastreifen
  • Stadtmauer
  • eine alte Mühle
  • Überraschendes in den Kellerräumen des Hotels Derlon 
  • die Brücke Sint Servaasbrug
  • die besten Pommes der Stadt

Rathaus und Marktplatz

Maastricht lässt sich ganz wunderbar zu Fuß erkunden. Wir haben unser Auto in einem Parkhaus zwischen Innenstadt und dem Fluss Maas abgestellt. Pro Stunde zahlt man ca. 3€, maximal 25€ pro Tag, im Q-Park Mosae Forum. Dieses Parkhaus ist super zentral gelegen. Von dort sind es nur wenige Gehminuten bis zum ersten Highlight, dem Stadhuis dem Maastricht (Rathaus). Ein prächtiger, aber dennoch zurückhaltender Bau. Wir waren an einem Samstag dort, auf dem Platz vor dem Rathaus war ein kleiner Flohmarkt und einige Foodtrucks mit typisch niederländischen kulinarischen Angeboten standen auch dort. Es war also ein buntes Treiben rund um das Rathaus.

 

Von dort haben wir uns weiter durch die kleinen Straßen treiben lassen. Links und rechts säumen kleine Läden und Geschäfte großer Ketten den Weg. Ich habe noch nie so viele Geschäfte dicht gedrängt in einer Stadt gesehen. Ein wahres Eldorado für Shopping-Fans. Aber auch wenn ihr nicht mit voll gepackten Tüten nach Hause fahren möchtet, solltet ihr dennoch einen Blick in den in oder anderen Laden werfen. Besonders Wohn- und Deko-Fans werden auf ihre Kosten kommen. Dazu später aber mehr.

Dominicanenkerk

Das nächste Highlight auf unserer Stadterkundung liegt etwas versteckt in einer Seitengasse: die Dominicanenkerk. Viele Kirchen in Maastricht wurden umfunktioniert und nicht mehr als Gotteshäuser genutzt. Wer hätte gedacht, dass man nicht zum Beten in eine Kirche geht, sondern um nach den neusten Buch-Bestsellern zu stöbern? Genau das könnt ihr nämlich in der Dominicanenkerk machen. Hier wartet ein riesiger Buchladen auf euch. Es ist wirklich ein einmaliges Erlebnis durch so "heilige Hallen" mit Büchertischen und hohen Bücherregalen zu schlendern. Und die ersten Seiten des neu gekauften Buches könnt ihr direkt vor Ort bei einer Tasse Kaffee genießen. Dort wo einst der Altar stand, befindet sich nun das Café der "Coffeelovers". 

 

Vrijthof mit Kirche, Basilika und Regenbogen-Zebrastreifen

Auf unserem Spaziergang durch Maastricht geht es weiter zum Vrijthof. Man möchte meinen, dass es sich um einen Friedhof handelt. Aber es ist nur ein Platz, an dessen Süd- bzw. Westseite die nächsten zwei Highlights stehen: die Sint-Janskerk und die Servatiusbasilika. Bevor ihr euch aber eine oder beide Kirchen anschaut oder vom Turm der Sint-Janskerk den Blick über die Stadt genießt, dürft ihr nicht das beste Fotomotiv in Maastricht verpassen: den Regenbogen-Zebrastreifen!

Zebrastreifen Vrijthof
Regenborgen-Zebrastreifen
Sint-Janskerk
Sint-Janskerk Maastricht

Stadtmauer und Bisschopsmolen

Vom Vrijthof aus schlendern wir durch die niedlichen, idyllischen kleinen Gassen einfach weiter. Ein Fotomotiv nach dem anderen springt mir hierbei vor die Linse. Ob ein holländisch anmutendes Fahrrad oder eine knallrote Tür, alles muss mit meiner Kamera festgehalten werden. Auf dem Weg zum nächsten Stopp unseres Spaziergangs gehen wir ein Stück an der mittelalterlichen Stadtmauer (Lange Grachtje) entlang. Die Mühle "Bisschopsmolen" ist wirklich einen Besuch wert. Mitten in der Stadt, versteckt in einer kleinen Seitengasse, dreht sich das Mühlrad wie auch schon vor Hundert Jahren. Man kann sich auch im Innern der Mühle umschauen und sich im mühleneigenen Café das frisch gebackene Brot schmecken lassen.

 

Ausgrabung im Hotel Derlon Maastricht
Römischen Ausgrabungen im Hotel Derlon

Überraschung im Derlon Hotel

Danach machen wir uns langsam wieder auf den Weg in Richtung Stadtmitte, vorbei an der Liebfrauenbasilika und dem Derlon Hotel Maastricht. Warum ich hier ein Hotel aufzähle? Ganz einfach, es gibt eine lustige Story dazu zu berichten: das Hotel wollte den Comfort verbessern und ein Schwimmband in den Kellerräumen bauen lassen. Bei den Bauarbeiten stieß man dann allerdings auf Überreste aus der Römerzeit. Das war's dann mit dem Schwimmbad für die Hotelgäste und dem 5. Stern. Dafür sind die Kellerräume heute eine angesagte Restaurantlocation und natürlich ein absolutes Muss für jeden Maastricht-Besucher. Einfach lieb die Bedienung fragen, dann dürft ihr euch die Ausgrabungen kurz ansehen - auch ohne dort zu speisen. 


Maas mit Sint Servaasbrug

Das letzte Stück unseres Stadtspaziergangs legen wir am Wasser zurück. Die Maas teil die Stadt. Von der Altstadtseite habt ihr einen tollen Blick auf die gegenüberliegende Flusseite mit einer Häuserreihe aus alten und neuen Bauten. Ein bunter Stilmix, aber auch ein tolles Fotomotiv. Ebenso gut macht sich die wohl älteste Brücke Hollands - die Sint Servaasbrug - vor der Kamera. Die Steinbrücke aus dem 13. Jahrhundert gehört zu Maastricht wie die Pommes von Reitz. Wo wir auch schon beim nächsten Thema wären: die kulinarischen Highlights in Maastricht.

 

Die besten Pommes der Stadt

Traditionell verpflichtend ist hier die Portion Pommes beim besten Pommes-Imbiss der Stadt und als Nachtisch ein Waffel mit lecker flüssiger Schokolade on top.

Für die Pommes mit Soße eurer Wahl (ich habe "Americaine" probiert - bisschen scharf, aber lecker) müsst ihr ein wenig anstehen. Vor "Reitz" (direkt am zentralen Marktplatz) ist immer eine Schlange Menschen. Aber es lohnt sich! 

Zum süßen Nachtisch kann ich die Waffel von "Pinky" empfehlen. Einen der Pinky-Läden findet ihr direkt beim Regenbogen-Zebrastreifen am Vrijthof.

Und Maastricht bietet sonst auch noch viele weitere Möglichkeit, um während des Spaziergangs durch die Stadt ein Päuschen einzulegen. Es gibt an jeder Ecke niedliche Cafés oder kleine Plätze, die zum Verweilen einladen.

 

Mein persönliches Fazit

Maastricht ist einfach wunderbar. Wunderbar überschaubar, wunderbar niedlich und wunderbar für einen Tagesausflug geeignet. Abends saß ich auf der Couch, war noch gut satt von Pommes und Waffel, und fragte mich: "Warum war ich nicht schon viel eher in Maastricht?".

 

Ich bin mir sicher, euch wird es nach einem Besuch in Maastricht genauso gehen. Erzählt mir gerne davon!

 


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